Zerstörung der Moore?


Die Zerstörung der Moore ist schon weit vor dem industriellen Torfabbau passiert. Entwässerung und Kultivierung des entwässerten Hochmoortorfes und der händische Torfabbau haben den großflächigen, aber auch vielen kleinen Hochmooren den Garaus gemacht. Der derzeitige Torfabbau findet auf Flächen statt, die entwässert, meist mit Drainsträngen durchzogen, und landwirtschaftlich intensiv genutzt sind.

Auf den abgebauten Flächen verbleibt eine Resttorfschicht, die Grundlage der Maßnahmen zur Renaturierung ist mit dem Ziel, über naturnahen Aufwuchs zur Etablierung von Torfmoosen, den Bildnern des Hochmoortorfes zu kommen.

Wurden früher die händisch abgebauten Hochmoorflächen landwirtschaftlich weiter genutzt, auf einer Resttorfschicht aus Bunkerde (obere Torfschicht, meist bewachsener Weißtorf), so hinterlässt der heutige industrielle Torfabbau eine Mischtorfschicht, die gut einstau- und quellfähig ist, und daher eine gute Grundlage für die Renaturierung der Flächen darstellt mit dem Ziel, über naturnahen Aufwuchs zur Etablierung von Torfmoosen, den Bildnern des Hochmoortorfes, zukommen.

Die Flächengröße muss hier auch bezüglich der der industriellen Torfnutzung betrachtet werden, denn nur ein geringer Teil der gesamten ehemaligen Hochmoorfläche unterliegt dem industriellen Torfabbau. Viel größer sind die noch auf Hochmoortorf betriebenen landwirtschaftlich genutzten und weiterhin stark entwässerten Flächen, auf denen eine fortwährende Reduzierung des Torfes durch Zersetzung stattfindet.

Die Behauptung, viele seltene, hochmoortypische Pflanzen und Kleintiere verlieren in der Folge der Torfgewinnung ihren Lebensraum, stimmt auf zweierlei Weise derzeit nicht, denn sie haben durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung auf entwässertem und kultiviertem Hochmoortorf bereits ihre Lebensgrundlage verloren. Über den Torfabbau bekommen diese durch die Vernässungs- und Renaturierungsmaßnahmen ihren Lebensraum wieder.

Die Treibhausgase, die bei der Zersetzung des Torfes entstehen, entweichen nicht nur bei der Verwendung des Torfes im Garten, sondern bereits nach Entwässerung des Torfkörpers, der Zerstörung der torfbildenden und konservierenden Torfmoosvegetation und verstärkt durch die mechanische Bearbeitung der Torfoberfläche.

Sie ist also nicht anhängig vom Torfabbau und Torfnutzung.

Torf ist für die Pflanzenanzucht eine wertvolle Grundlage zur Erzeugung spezieller Erden. Die Nährstoffarmut und Wasserspeicherfähigkeit machen ihn zu einem guten Ausgangsmaterial. Der Torf wird bei Verwendung im Garten, hier ist er aufgedüngt und pH-neutralisiert, von der Bodenlebewelt aufgebraucht und lockert in dieser Zeit den Boden.

Torfersatzstoffe sind nur beschränkt verfügbar, da die hierfür genutzten organischen Ausgangsmaterialien eben nicht nur für den Garten gebraucht werden: Die auf Torfbasis gemischten Erden enthalten, wie die aus Ersatzstoffen erzeugten, Zusätze wie Sand, Lavagranulat, Tonmineralien, Kalke.

Für den Hochmoorschutz ist torffreies Gärtnern und die Verwendung vom Torf im Gartenbau keine Methode der Wahl. Tatsächlich kaufen die Torfnutzer und -verarbeiten degradierte torfbestandene Hochmoorflächen auf, nutzen den entwässerten, aufgedüngten Torf für ihre Gartensubstrate und hinterlassen einen abgesenkten Boden, der zudem gut gepoldert werden kann und über den langjährigen Torfabbau (ohne weitere Nährstoffzufuhr) weitgehend entmineralisiert ist, und damit eine gute Voraussetzung einer Wiedereinstellung einer torfbildenden Torfmoosvegetation darstellt.

Torfersatzstoffe können gut in häusliche Gemüse- und Ziergärten verwendet werden, für den Erwerbsgartenbau sind sie allerdings aufgrund der wechselhaften Nährstoffgehalte nicht geeignet und können bei Anzucht empfindlicher Jungpflanzen sogar Schäden hervorrufen.

Torffreie Erden unterliegen ebenso der Zersetzung im Boden wie torfhaltige Erden, wobei Klimagase entweichen.

Fazit: Nicht die Nutzung vom Torf aus bereits zerstörten Mooren sind das große Problem für den Schutz unserer Hochmoore, sondern immer noch die Kultivierung, die Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung mit Bodenbearbeitung und Düngung, sowie die Zersiedlung der Moorlandschaften.

Oederquart, 27.03.18

Georg Ramm

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