Vogelkundliche Exkursion WBM


Vogelkundliche Exkursion ins Wolfsbrucher Moor 09.05.2016

Hilger Lemke, Manuel Flotes, Georg Ramm

Welche Vögel leben im Wolfsbrucher Moor? Hier findet derzeit ein großflächiger Torfabbau statt, etwa zwanzig Hektar sind in der Vernässung oder Renaturierung, ein Teil davon schon über zwanzig Jahre. Darüber hinaus gibt es noch ein urtümliches Waldstück, Kröhnke´s Tann´, das mit seinem Mischwaldcharakter und hohem Totholzanteil viele Vogelarten anlacht. Im benachbarten Altendorfer Moor befinden sich weitere Abbau- und Vernässungsflächen.

Viele Vogelarten sind oft in Siedlungen zu finden, wenn hier natürlicher Bewuchs zugelassen wird. Unterschiedliche Anpflanzungen sowie Gebäude mit Nischen bieten vielen Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten. So auch hier beim Werksgelände des Torfwerkes. Schwalben, Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Star und der Vogel des Jahres 2016, der Stieglitz, zählten unter anderem zu den Bewohnern. Mit lauten Rufen machten sich die Sturmmöwen bemerkbar. Sie fanden die Torfsodenstapel in der Abbaufläche als Ansitze attraktiv. Es gibt eine kleine Brutkolonie in einer Fläche, die zur Vernässung vorbereitet wird. Hier sang auch eine Feldlerche. Eine Überraschung war eine Ansammlung von über siebzig Schafstelzen, die sich auf dem Durchzug Richtung Norden befanden. Zumindest einige von ihnen wurden als die dunkelköpfige nordische Schafstelze (Motacilla thunbergi) identifiziert. In der neuen Vernässungsfläche mit dem Gras- und Krautaufwuchs fühlten sie sich sichtlich wohl und für die Nacht geschützt.

Kiebitze hielten sich auf der vegetationsfreien Torffläche auf. Hier gibt es feuchte Senken, an deren Rand sie ihr Gelege ausbrüten.

Aus den Gehölzen waren überall die Laubsänger Fitis und Zilpzalp zu hören, aus höheren Birken auch der Buchfink, selten Baumpieper, Goldammer und Kuckuck.

An Greifvögeln ließen sich Mäusebussard und Merlin sehen und der Sperber aus dem Waldstück Kröhnke´s Tann´ hören.

Die Waldschnepfe rief aus dem randlichen Baumaufwuchs der Vernässungsfläche, ihre Verwandte, die Bekassine konnte in diesem Jahr hier nicht beobachtet werden.

Aus dem benachbarten, nicht abgetorften Grünlandbereich ließ sich die Wachtel hören.

Die älteste Vernässungsfläche mit ihren ausgedehnten Torfmoos- und Sumpfcalla-Beständen war wohl wieder Brutplatz des Kranichs. Ein Kranich begleitete uns argwöhnisch mit aufgeregten Rufen. Dieser Brutstandort wird schon seit über fünf Jahren vom Kranich eingenommen.

Mit Einbruch der Dämmerung riefen die Blaukehlchen aus ihren Revieren. Drei konnten erkannt werden. Diese Art hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Der Wolfsbrucher Teil der Vernässungsflächen ist weniger von großen Wasserflächen, denn von vegetationsbestandenen Flächen geprägt. Hier sind deshalb mehr die Vögel der Gehölze zu finden.

Amsel

1

1

Bachstelze

1

1

Baumpieper

1

1

Blaukehlchen

1

1

1

3

Bluthänfling

2

1

1

4

Buchfink

1

1

2

Dorngrasmücke

1

1

2

Feldlerche

1

1

Fitis

1

1

1

3

6

Goldammer

1

1

2

Graureiher

1

1

Kiebitz

4

4

Kranich

1

1

Kuckuck

1

1

Mäusebussard

1

1

Merlin

1

1

Mönchsgrasmücke

1

1

Rauchschwalbe

7

7

Ringeltaube

1

1

Rotkehlchen

1

1

Schafstelze

70

70

Singdrossel

1

1

2

Sperber

1

1

Star

2

2

Steinschmätzer

2

2

Stieglitz

2

2

Stockente

1

1

Sturmmöwe

6

6

Wachtel

1

1

Waldschnepfe

1

1

Zaunkönig

1

1

Zilpzalp

1

1

2















Bemerkungen:

Bei den Schalfstelzen handelt es sich vermutlich um die Nordische Schafstelze mit dunklem Kopfgefieder. Die genauer betrachteten Individuen gehörten alle dieser Art an. Sie befinden sich auf dem Durchzug.

Blick von der Scheidung aus ins Altendorfer Moor Vorn noch Torfabbau, rechts die in.jpg

Blick von der Scheidung aus ins Altendorfer Moor: Vorn noch Torfabbau, rechts die in Vernässung vorbereitete Fläche, wo auch die Nordische Schafstelze sich einfand, im Hintergrund eine Aufforstung und Baumaufwuchs.

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Neu in Abtorfung befindliche Flächen mit Torfstapeln, Hier halten sich Sturmmöwe und Bachstelze auf.

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Flächen, die für die Abtorfung vorbereitet werden. Der Kulturboden wird abgeschoben, und damit ein großer Teil der Nährstoffe entfernt, die einer Hochmoorregeneration entgegenstehen würden.

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Überraschung in der Vernässungsfläche Wolfsbrucher Moor: Auch hier haben sich Torfmoose (Sphagnum fallax und Sphagnum palustre) in den Wollgras- und Pfeifengrasbeständen schon etabliert.

Spärliche Wollgrasblüte und schwacher Birkenaufwuchs weisen auf nasse Verhältnisse in der Fläche hin..jpg

Spärliche Wollgrasblüte und schwacher Birkenaufwuchs weisen auf nasse Verhältnisse in der Fläche hin.

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Durch die Torfmoosbestände hindurch schlängelt sich eine Abflussrinne. Hier fließt nicht das Wasser ab, sondern es ist eher ein ruhiger Wasserabzug.

Die Sumpfcalla wächst vom Ufer in die Wasserfläche hinein und bildet über lange Zeit dichte Bestände..jpg

Die Sumpfcalla wächst vom Ufer in die Wasserfläche hinein und bildet über lange Zeit dichte Bestände.

Blick in den tiefer liegenden Teil der Vernässungsfläche an Kröhnke´s Tann´ mit dem Abzugsgraben und den Sumpfcalla-Beständen..jpg

Blick in den tiefer liegenden Teil der Vernässungsfläche an Kröhnke´s Tann´ mit dem Abzugsgraben und den Sumpfcalla-Beständen.



Oederquart, 10.05.16

Georg Ramm

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