Einsatz der Jugendfeuerwehr 2017


Einsatz der Jugendfeuerwehr Hüll im Aschhorner Moor

Zum zehnten Mal machte sich die Jugendfeuerwehr am 29. September 2017 auf, um im Aschhorner Moor Pflegearbeiten durchzuführen. Mit zwanzig Mitgliedern der Feuerwehr und zünftig mit einem Feuerwehr-Fahrzeug trafen sie nachmittags ein. Die schon routinierte Truppe kannte schon den Ablauf: Moorkieker-Bahn aus dem Schuppen holen, Gepäck für Übernachtung und Verpflegung sowie Arbeitsgerät auf der Bahn verstauen, und nach einer kleinen Einführung ging es ab zum „Haus im Moor“. Hier wurde erst grob entladen und dann sofort der Arbeitseinsatz besprochen: Das Freistellen des Bohlenweges an der Vernässungsfläche A1 (seit 1985 in der Vernässung), der von der Karte „Landschaft im Wandel“ an dem „Plumpsklo“ vorbei zum „Haus im Moor“ und in die Fläche führt. Auch die anliegenden Flächen, die großenteils unter Wasser stehen, wurden erläutert. Die derzeitigen Besonderheiten in der Vogelwelt sind die rufenden Großvögel wie Grau-, Kanada- und Blässgans, der Kranich, der abends mit lauten, unverwechselbaren Rufen die überstauten Flächen aufsucht. Ein eher leiser Großvogel der Nacht ist der Uhu, der seine Anwesenheit durch Gewölbe verraten hat, und der die Übernachtenden der Feuerwehr-Jugendgruppe einen Schrecken hervorrufen könnte, sollte er am Haus vorbeifliegen oder sich gar auf das Gelände des Steges setzen.

Der Samstag begann mit Frühstück und mit der Fortsetzung der Säge- und Schnittarbeiten am Bohlenweg. Um elf Uhr startete dann die Fahrt mit dem Moorkieker durch die Vernässungs- und einige Abbauflächen des Torfwerkes. Die Eltern des Feuerwehr-Nachwuchses waren hierzu eingeladen. Erläuterungen zur Tier- und Pflanzenwelt des Moores und zur Vernässung der abgebauten Flächen mit der Zielsetzung, ein wachsendes Hochmoor einzuleiten. Hierzu müssen die Lebensbedingungen für Torfmoose hergestellt werden: nährstoffarmer Boden, ausreichend Nässe bis zur Bodenoberfläche und kein strömendes Wasser. Dies wird durch gezielten Wassereinstau nach Torfabbau erreicht. Der Torfabbau wird noch auf etwa einhundertundsiebzig Hektaren betrieben. Auf diesen Flächen wird die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben, die stark gedüngte Humusschicht abgetragen und der nährstoffarme Torf, Schwarz- und Weißtorf, in verschiedenen Verfahren abgebaut. Frästorf- und Sodenstechverfahren konnten auf der Tour gezeigt und erläutert werden. In einer Abbaufläche waren dann auch alle hier vorkommenden Torfarten zu sehen: der Schilftorf als ältester und untenliegender Niedermoortorf, der darüberliegende Schwarztorf und zu oberst der jüngste Weißtorf.

Auch Schlenkentorf, ein im Wasser entstehender, von bestimmten Torfarten gebildeter, recht weicher Torf, der unregelmäßig in der Torfschicht vorkommt, konnte gefunden und erklärt werden.

Neben dieser Abbaufläche gibt es Keschergräben, die für Schulklassen, Kindergruppen oder biologischen Themenfahrten des „Vereins zur Förderung von Naturerlebnissen e. V.“ geschaffen worden sind.

Anhand dieser unterschiedlich alten (12,7 und 2 Jahre) Gräben kann die Entwicklung vom Gewässer zum Hochmoor gut dargestellt werden, die Entwicklung der Torfmoose und deren Begleitpflanzen hin zur geschlossenen Torfmoosdecke, die als „Schwingrasen“ ausgebildet ist mit Wollgräsern, Pfeifengras, Binsen und Sonnentau.

Auf der letzten Station auf der Rundfahrt gab es auf dem Turm einen Überblick über die Vernässungsflächen. Ein am Fuße des Turmes stehendes Modell von der Landschaft zwischen Elbe und Oste zeigt eindrucksvoll, weshalb in Kehdingen ein so großes Moor, über 12.000 ha, in den letzten 6.000 Jahren entstanden ist.

Mit der Moorkieker-Tour war diesmal das Programm noch nicht beendet. Es folgte noch ein gemeinsames Mittagsgrillen auf dem Vorbau des „Hauses im Moor“ mit der Feuerwehr und einigen Eltern der Jugendfeuerwehr als gemütlicher Ausklang.

Bericht von Georg Ramm

Mieten von Frästorf (hinten) und Sodentorf (vorn) liegen am Rand der Abbauflächen. (Foto Ulf König).jpg

Mieten von Frästorf (hinten) und Sodentorf (vorn) liegen am Rand der Abbauflächen. (Foto Ulf König)

Vorn die vom Torfstechgerät aus der Torfschicht gestochenen Blöcke, hinten zusammengeschobene Haufen von Frästorf. (Foto Ulf König).jpg

Vorn die vom Torfstechgerät aus der Torfschicht gestochenen Blöcke, hinten zusammengeschobene Haufen von Frästorf. (Foto Ulf König)

Die Ankunft des Moorkiekers am „Haus im Moor“ – man beachte das Gepäck. (Foto Georg Ramm).jpg

Die Ankunft des Moorkiekers am „Haus im Moor“ – man beachte das Gepäck. (Foto Georg Ramm)

Der Zug am „Haus im Moor“, hier die Entladung des Gepäcks. (Foto Ulf König).jpg

Der Zug am „Haus im Moor“, hier die Entladung des Gepäcks. (Foto Ulf König)

Der Einsatzort, der Steg zwischen „Haus im Moor“ und der Landkarte „Landschaft im Wandel“..jpg

Der Einsatzort, der Steg zwischen „Haus im Moor“ und der Landkarte „Landschaft im Wandel“.

(Foto Ulf König)

Die Jugendfeuerwehr bei der Arbeit. (Foto Ulf König).jpg

Die Jugendfeuerwehr bei der Arbeit. (Foto Ulf König)

Der Blick über die große Vernässungsfläche am „Haus im Moor“. (Foto Ulf König).jpg

Der Blick über die große Vernässungsfläche am „Haus im Moor“. (Foto Ulf König)

Wie ein See sieht die überstaute Fläche aus. (Foto Ulf König).jpg

Wie ein See sieht die überstaute Fläche aus. (Foto Ulf König)

Kleines Mädchen an großer Birke. (Foto Ulf König).jpg

Kleines Mädchen an großer Birke. (Foto Ulf König)

Pause oder Arbeitseinsatzbesprechung gehört zum Ablauf dazu. (Foto Ulf König).jpg

Pause oder Arbeitseinsatzbesprechung gehört zum Ablauf dazu. (Foto Ulf König)

Gegen Abend flogen Bläss-, Kanada- und Graugänse sowie Kraniche mit lauten Rufen ein. (Foto Ulf König).jpg

Gegen Abend flogen Bläss-, Kanada- und Graugänse sowie Kraniche mit lauten Rufen ein. (Foto Ulf König)

Bis spät in den Abend wurde geholzt. (Foto Ulf König).jpg

Bis spät in den Abend wurde geholzt. (Foto Ulf König)

Das Leben im „Haus im Moor“ nach getaner Arbeit. (Foto Ulf König).jpg

Das Leben im „Haus im Moor“ nach getaner Arbeit. (Foto Ulf König)

Der giftige Fliegenpilz sticht mit seinen Farben im Herbst besonders hervor. (Foto Ulf König).jpg

Der giftige Fliegenpilz sticht mit seinen Farben im Herbst besonders hervor. (Foto Ulf König)

Bis spät in den Abend wurde geholzt. (Foto Ulf König).jpg

Bis spät in den Abend wurde geholzt. (Foto Ulf König)

Eine handgezogene Lore dient dem kleinen Personaltransport. (Foto Ulf König).jpg

Eine handgezogene Lore dient dem kleinen Personaltransport. (Foto Ulf König)

Die Lokomotive wird vom Feuerwehr-Nachwuchs inspiziert. (Foto Ulf König).jpg

Die Lokomotive wird vom Feuerwehr-Nachwuchs inspiziert. (Foto Ulf König)

Der lange Zug vor der Abfahrt vom Bahnhof des Moorkiekers. (Foto Ulf König).jpg

Der lange Zug vor der Abfahrt vom Bahnhof des Moorkiekers. (Foto Ulf König)

Die Rundfahrt mit dem Moorkieker, hier vor den neuen Vernässungsflächen. (Foto Ulf König).jpg

Die Rundfahrt mit dem Moorkieker, hier vor den neuen Vernässungsflächen. (Foto Ulf König)

Der Abschluss Das Grillen am Haus im Moor. (Foto Ulf König).jpg

Der Abschluss: Das Grillen am „Haus im Moor“. (Foto Ulf König)

Mittlerer Sonnentau auf einem Wall in der neuen Vernässungsfläche. (Foto Georg Ramm).jpg

Mittlerer Sonnentau auf einem Wall in der neuen Vernässungsfläche. (Foto Georg Ramm)

Die Spuren des Kranichs im Torfschlamm. (Foto Georg Ramm).jpg

Die Spuren des Kranichs im Torfschlamm. (Foto Georg Ramm)

Das Scheiden-Wollgras mit Fruchtständen und Blüten-Knospen. (Foto Georg Ramm).jpg

Das Scheiden-Wollgras mit Fruchtständen und Blüten-Knospen. (Foto Georg Ramm)

Torfmoose sprießen überall in der neuen Vernässungsfläche. (Foto Georg Ramm).jpg

Torfmoose sprießen überall in der neuen Vernässungsfläche. (Foto Georg Ramm)

Das Schmalblättrige Wollgras leuchtet in der Herbstfärbung. (Foto Georg Ramm).jpg

Die Spuren des Kranichs im Torfschlamm. (Foto Georg Ramm)

Das fertige Werk Der Steg ist freigeschnitten, die Sonne kann ihn trocknen (wenn sie scheint)..jpg

Das fertige Werk: Der Steg ist freigeschnitten, die Sonne kann ihn trocknen (wenn sie scheint). (Foto Georg Ramm)




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