Gespräche im Moor


Was hat Sie dazu gebracht, sich so intensiv mit dem Thema Moor zu beschäftigen?

Ich bin in einer Umgebung mit Mooren aufgewachsen. Daher war mir das Moor mit dessen Pflanzen und Lebewesen seit jeher bekannt.

Später habe ich das Thema Moor während meines Studiums der Meeresbiologie in Kiel weiter vertieft.

Wie muss man sich eine Renaturierung des Hochmoores vorstellen? Was wurde hier bisher gemacht?

Ende der achtziger Jahre wurde mit der Wiedervernässung im Wolfsbrucher und Aschhorner Moor begonnen. Vor der Wiedervernässung

lässt man ca. einen halben Meter Torf zurück. Dieser so genannte Krümmeltorf ist ein Gemisch aus den zuvor bestehenden Torfhorizonten.

Somit kommen auch die jungen Weißtorfschichten mit in diese Grundschicht. Gerade hierdurch erreicht man eine schnelle

Wiederbesiedlung der Fläche mit hochmoortypischen Pflanzen. Durch den Regeneintrag vernässt die Fläche zunehmend und der halbe

Meter Torf quillt wie ein Schwamm zu einem Torfkörper von bis zu anderthalb Metern an. Das Torfmoos gedeiht dann zwischen den

„Bülten“ von Woll- und Pfeifengras oder Binsen. Nach 20-40 Jahren kann man von einem vollkommen intakten Hochmoor sprechen.

Welche Ziele werden primär bei der Renaturierung verfolgt?

Ziel ist die Förderung des Torfmooswachstums. Ende der achtziger Jahre war das noch aus Naturschutzsicht sehr umstritten. Es zeigte

sich jedoch schnell, dass weitere Tier- und Pflanzenarten mit der Rückkehr des Torfmooses die Fläche wiederbesiedeln. Als erstes

kommen Pioniere wie Wollgras und kleiner Sauerampfer. Auf den noch trockenen Flächen siedeln Kiebitz und Feldlerche. Später beobachtet

man in der vernässten Fläche Tiere wie Rohrammer oder Bekassine. Die gesamte zusammenhängende Fläche ist inzwischen

ein wichtiger Standort für Zug- oder Wasservögel geworden.

Was trägt zu der erfolgreichen Renaturierung der Flächen bei?

Dies gelingt hier durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Torfwerk, Naturschutzberatern und der Aufklärung der Öffentlichkeit.

Der kurze Draht vom Naturschützer zum Torfwerk ermöglicht schnelle und unbürokratische Naturschutzmaßnahmen vor Ort.

Wichtig ist, dass Torfabbau und Renaturierung „im Gleichschritt“ einhergehen. Die ehrenamtliche Führung von Interessierten

durchs Moor ist ein touristischer Mehrwert für die gesamte Region und wird inzwischen auch bei politischen Entscheidungen

berücksichtigt. Der Torfabbau und die damit verbundene Nachfolgenutzung durch eine Hochmoorrenaturierung

ist eine Bereicherung unserer Landschaft.

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